Rahmenbedingungen: Rechtliche Regelungen, Genehmigungen etc.

Bitte schenken Sie den gesetzlichen Regelungen viel Aufmerksamkeit, wenn Sie sich mit Luftaufnahmen per Drohne bisher noch nicht auseinandergesetzt haben.

Genehmigungen für Luftaufnahmen

Achtung: seit 2017 gelten neue Gesetze und Regelungen für den Einsatz von Drohnen mit eingebauter Kamera! Für Drohnen über 2 kg Gewicht sowie nötige Sondergenehmigungen besteht Führerscheinpflicht.

Eine Zusammenfassung finden Sie hier:
https://www.f-200.com/neues-recht-fuer-drohnen-in-deutschland/

Aber: Dank Führerschein, langjähriger Erfahrung und unfallfreiem Arbeiten, fliege ich derzeit mit gewerblicher Sondergenehmigung der Luftfahrtbehörde. Damit wird ein Großteil der ansonsten starken Einschränkungen für mich außer Kraft gesetzt. Viele Flugverbotszonen mit pauschal 100m Mindestabständen entfallen dadurch ganz, oder können per 1:1 Regelung realisiert werden.  Z.B. 20m Flughöhe bedarf nur 20m horizontalen Sicherheitsabstand zu Menschenansammlungen, Bundesstraßen, Bahnanlagen, etc.. 

Das heisst für gewerbliche Einsätze im Luftraum von Ballungsräumen und in Berlin speziell:

1.) Ich darf grundsätzlich mit meiner Drohnentechnik (aktuell 0,9 bis 1,5kg Fluggewicht) sofort und ohne Genehmigung in bis zu 50m Höhe aufsteigen. Vorausgesetzt, die Grundstückseigner/-nutzer des zu fotografierenden Objektes und Nachbarn über denen ich fliege, haben eine schriftliche Genehmigung erteilt.

Solche Flüge sind meist unkompliziert auf kurzem Wege zu regeln, Aufstiege bis 100m Höhe müssen beim Tower angemeldet werden - Genehmigungsfristen binnen 1 Tag. Aber: es gelten jedoch weiterhin Ausnahmen, die diese generelle Genehmigung massiv einschränken.

2a.) Entscheidende Ausnahme, sind die 100m-Mindestabstandsregeln zu nachfolgenden Objekten:

  • Industrieanlagen, Gefängnisse, Militär, Energieerzeuger/-speicher/-weiterleiter, etc.
  • Ministerien, Behörden, Konsulate, Polizei, etc.
  • Naturschutzgebiete

Genehmigungen für den Überflug solcher Areale müssen von mir / bzw. dem Kunden eingeholt werden und sind Grundvoraussetzung vor jedem Start.

Der Vorbereitungsaufwand (von Recherche bis schriftlichen Vereinbarung) ist relativ groß. Teilweise kann ich diese Vorbereitungen selbst und gegen gesondertes Honorar übernehmen. Es muss vorab ausführlich geklärt werden, was generell möglich und was in der Nachbarschaft abzuklären ist.

2b.) Generell nicht durch Luftfahrtbehörde freizugeben:

  • Autobahnen, Schleusen und Menschenansammlungen dürfen nicht überflogen werden
  • Der Bereich um Krankenhäuser unter 100m Radius
  • 1,9km Radius um den Reichstag herum, solange nicht das BAF genehmigt!

2c.) In Ausnahmefällen können gebührenpflichtige Sondererlaubnisse nach erfolgter Risikoeinschätzung durch die Luftfahrtbehörde erteilt werden, da sich die Besitzverhältnisse nicht immer eindeutig klären lassen. Für diese Risikoeinschätzung wird demnächst ein sog. „SORA-Verfahren“ eingeführt.

3.) Ausnahmen, müssen generell bei den zuständigen Behörden gebührenpflichtig beantragt und ggf. bei der Flugsicherung angemeldet werden. Zuständige Behörden sind das BAF (Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung) und die Luftfahrtbehörde, die eine individuelle EAG (Einzelaufstiegsgenehmigung) erteilt.

Die Bearbeitungszeit beträgt 1-2 Wochen und betrifft folgende Fälle:

  • 1,5km Radius um Flugplätze und fest eingerichtete Hubschrauber-Landeplätze = EAG
  • 1,9km Radius (innerer ED-R146) um Reichstag (Absolutes Flugverbot, es sei denn, es gibt projektbezogene Unterstützung durch höchste politische Ebenen, also ab Berliner Senat aufwärts!) = BAF
  • 3,7km Radius (ED-R4) um Versuchsreaktor im Helmholtzzentrum Berlin-Wannsee (reicht bis weit nach Potsdam hinein!) = BAF
  • Einzelfälle über 100m = EAG
  • Nachtflüge = EAG
  • Über 5kg Fluggewicht (derzeit nur max. 1,5kg vorhanden) = EAG
  • Flug außerhalb Sichtweite (§21b Nr. 1) = EAG
  • div. Noteinsätze, Manöver, etc. (§21b Nr. 2) = EAG

Sie können hier selbst vorab überprüfen, welche Regeln um die zu befliegende Location herum zu beachten sind (bitte unter „Einstellungen“ alle Ansichten aktivieren): https://map2fly.flynex.de

Sie werden feststellen: die Spielräume fallen in seltenen Einzelfällen relativ gering aus. Ich kläre  gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch alle bestehenden Optionen oder Alternativen.

Versicherungen

Grundlage einer Aufstiegsgnehmigung ist eine bestehende Drohnen-Haftpflichtsversicherung.

Geeignete Flugverhältnisse

Der Einsatzort der Drohne muss sich in uneingeschränktem Luftraum befinden. Ausnahmegenehmigungen können beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) beantragt werden. Auch die Wind- und Wetterverhältnisse müssen fluggeeignet sein. Stabiler Wind von bis zu 50km/h ist - je nach Besonderheiten des Auftrages - kein Hinderungsgrund für einen Aufstieg.

Merkblatt zum Drohneneinsatz

Basierend auf den Fragen der Kunden, den Erfahrungen mit Behörden, Technik und Wetter finden Sie hier ein Merkblatt zu gesetzlichen Regelungen und technischen Fakten.